
7 Ideen für Hotels um lokale Gäste anzusprechen
Immer mehr Hotels mit eigener Gastronomie wollen mit ihrem Konzept nicht nur Übernachtungsgäste, sondern auch Publikum vor Ort – Nachbarn, Stadtbewohner, Besucher aus der Region – ansprechen. Wir haben 7 Tipps für das lokale Hotelmarketing.
1. Gastronomisches Angebot in der Stadt bekannt machen
Wer sein gastronomisches Angebot – Frühstücksbuffet, Business-Lunch, Kaffee & Kuchen und Dinner – über das Hotel hinaus bekannt machen will, muss „raus aus dem Haus“: Flyer, Plakate, Anzeigen in örtlichen Zeitungen und Magazinen, Print und Online, Kundenstopper bzw. Aufsteller vor dem Eingang, aber auch lokale Pressearbeit helfen dabei. Es können auch lokale Journalist: innen, Blogger: innen oder Influencer: innen eingeladen werden, um das Angebot zu testen und darüber zu berichten. Auch um Einträge in (regionalen) Restaurantführern sollte man sich bemühen, oft haben diese Hotel-Gastronomien gar nicht auf dem Schirm. Auch Veranstaltungen, die gezielt auf lokale Gäste ausgerichtet sind, bieten sich an.
2. Eigenständiger gastronomischer Auftritt
Immer noch gibt es viele Hotels, deren eigenes Restaurant keinen eigenen Namen und keinen eigenen Auftritt hat. Viel besser ist es, wenn das Restaurant (oder auch das Café oder die Bar) nicht nur einen Namen trägt, sondern auch einen separaten digitalen Auftritt mit eigener Webseite (statt nur Unterseite des Hotels), eigenen Social-Media-Account und individueller visueller Identität hat. All dies kann sich durchaus vom Thema des Hotels ableiten, sollte aber für Außenstehende losgelöst vom Haus wahrgenommen werden können. Auch für die Suchmaschinen-Auffindbarkeit ist es vorteilhaft, wenn die URL eigenständig ist und nicht endlos lang à la Hotelkette/Hotelname/Gastronomie/Unser-Restaurant.
3. Bauliche Barrieren abbauen
Wer erst durch drei oder vier Türen – Lobby, Flure und Co. – laufen muss, um zum Restaurant, Café oder zur Hotelbar zu gelangen, wird dies von sich aus kaum tun. Ist man wirklich willkommen? Will ein Hotel externe Gäste zu sich locken, so muss es alles dafür tun, dass keinerlei Hürden und Hemmungen entstehen. Ideal ist es, wenn sich das gastronomische Angebot so offen und zum Eingang bzw. zum Lauf hin präsentieren kann, dass es Walk-Ins generiert. Am besten gar, dass manche Gäste womöglich gar nicht merken, dass sie sich in einer Hotelgastronomie befinden. Viele Neubauten sind architektonisch bereits entsprechend zugeschnitten. Hotels, deren Gastronomien „versteckt“ sind, können mit einladenden Hinweistafeln, einer guten Ausschilderung und vor allem Personal, das externe Gäste (die mitunter unsicher und suchend sind) zuvorkommend empfängt, zum Ziel geleiten. Vielleicht gibt es ja auch einen direkten Weg um das Haus herum zur rückseitigen Terrasse oder dem Biergarten? Je kürzer, desto besser.
4. Spa, Fitness, Arbeitsräume und Co. für Externe öffnen
Im Hotelspa oder in der Sauna relaxen, sich im Fitnessbereich auspowern, Konferenzräume für Meetings nutzen oder in der Lobby arbeiten: Warum sollte all dies nur Übernachtungsgästen vorbehalten sein? Gerade tagsüber sind viele von ihnen unterwegs und nicht im Haus. Besonders für diese ruhigeren Zeiten lassen sich Angebote für externe Gäste schaffen, die für Deckungsbeiträge sorgen. Es gibt Hotels, die nicht verbuchte Zimmer zum günstigen Kurs tagsüber als Tageszimmer vermieten, sodass dort gearbeitet, entspannt oder ein persönliches Meeting durchgeführt werden kann. Mehr Auslastung, mehr Umsatz.
5. Arrangements für lokale Gäste kreieren
Warum nicht mal Urlaub in der eigenen Stadt machen und im Hotel übernachten? Frischverliebte oder junge Eltern (die zur Not schnell zu Hause sind), einfach mal durchpusten können, Familientreffen … es gibt mehr gute Gründe, in der eigenen Stadt ein Hotel zu buchen, als man zunächst vielleicht denkt. Beispiel Wochenend-Trip: Freitags nach der Arbeit noch mehrere Stunden fahren, abends ermattet im Hotel ankommen und am Sonntagmittag – heißt es oft schon wieder abreisen. Erholung? Fällt die Reisezeit weg, ist mehr „quality time“ vorhanden. Und sicher gibt es eine Attraktion in der Stadt oder der Region, die man immer schon mal besuchen wollte. Mit einem Arrangement für „locals“ (also für Gäste aus einem begrenzten Einzugsgebiet) lassen sich auch schwächere Zeiten in der Neben- und Nachsaison besser auslasten.
6. Marketing über das lokale Netzwerk betreiben
Viele Hotels arbeiten mit regionalen Erzeugerbetrieben, Lieferanten oder Dienstleistern zusammen, vom Gemüse über Fleisch und Fisch bis hin zu Kosmetik, aber auch Künstler: innen und Musiker: innen für Events. Dieses Netzwerk lässt sich auch nutzen, um auf das Hotel und seine Angebote (z.B. Arrangements, siehe vorheriger Punkt) für örtliche Gäste aufmerksam zu machen. Die Möglichkeiten reichen von Flyern oder Aushängen beim das Hotel beliefernden Bäckereigeschäft bis zu gemeinsamen Veranstaltungen wie einem Hofbesuch auf dem Bauernhof, dessen Gemüse das Hotel bezieht oder dem Fischereibetrieb – ein solcher Ausflug ist für Übernachtungsgäste, die mehr über die Region erfahren wollen, vielleicht genauso interessant wie für Ortsansässige.
7. Lokale Schüler: innen, aber auch Ältere auf einen „Schnuppertag“ einladen
Auch für das wichtige Thema Employer Branding empfiehlt es sich, die Türen für die Menschen vor Ort zu öffnen – besonders für junge Menschen aus der Region, die sich in der Phase der Berufsorientierung befinden. Das Gastgewerbe leidet unter Nachwuchsmangel, ein gutes Mittel dagegen ist, live zu zeigen, wie spannend und vielfältig die Ausbildung und das Arbeiten in diesem Bereich ist. Ob Workshops mit dem Küchenteam, ein Barista- oder Barkurs, Einblicke ins Hotelmanagement, -marketing oder Housekeeping: Bei einem Tag der offenen Tür wird transparent, wie das Gastgewerbe funktioniert und was es so einzigartig macht. Und warum nicht gleich immer die Türen offen halten und aktiv kommunizieren, dass Interessierte jederzeit willkommen sind, sich das Haus anzuschauen? Übrigens: Nicht nur junge Menschen, sondern auch Ältere, die nach einer neuen beruflichen Perspektive suchen oder, statt in den Ruhestand zu gehen gerne noch ein paar Stunden pro Woche arbeiten wollen, spricht man so an.


















